| Interviews : Tommi Stumpff | ![]() |

Tommi Stumpff
In den 70er Jahren Kopf der wohl berüchtigtsten deutschen Punkband KFC
war Tommi Stumpff als Solist 1982 einer der ersten deutschen Musiker, die
mit kühlen, harten ausschließlich elektronischen produzierten Klängen und
aggressiver Lyrik viel von dem vorwegnahm, was erst Jahre später unter
dem Etikett "Electronic Body Music" zu einem eigenen Genre wurde.
Seine Alben - allen voran "Ultra" und "Alle sind tot" - gelten auch heute
noch als EBM-Meisterwerke.
Vor allem die Version von "13 Minuten Massaker" ist ein Kultobjekt. Lange Zeit vergriffen und nach Jahren jetzt wieder veröffentlicht auf "Electrocity XIII" (Ausfahrt/Soulfood) ist dieses Stück auch heute noch unentbehrliches Tool für jeden gelungenen EBM-Abend. Dabei ist die 13 Minuten-Version dieses ursprünglich auf dem Album "Ultra" (1989) erschienenen Tracks die Endversion einer längeren Metamorphose.
Tommi Stumpff :"Die Streckung auf exakt 13 Minuten war natürlich volle Absicht. Erstmal wollten wir sehen, wie weit man gehen kann, zudem hat sich die ,13' als magische Unglückszahl geradezu angeboten."
Dennoch wurde das Stück zur Zeit seiner Veröffentlichung nie ein großer Hit, die Würdigung kam erst Jahre später. Dasselbe gilt für Stumpffs andere Veröffentlichungen.
Tommi Stumpff :"Früher gab im Musikbusiness zwischen dem Künstler und dem konsumierenden Publikum eine Barriere, bestehend aus dem Maklertum der Plattenfirmen, Medien und DJs. Diese Barriere nenne ich mal ,Sumpf'.
Wenn Du Dein Produkt einem Endkunden präsentieren wolltest, musstest Du durch diesen Sumpf waten. Dieser Sumpf war tief, stinkend, beschissen und bestand zu 100% aus Vollidioten. Und es war schon immer schwieriger, Vollidioten von Qualität zu überzeugen, als das Publikum."
Nicht anders verhielt es sich mit dem Album "Ultra", das von vielen Fans retrospektiv als "das beste Front 242-Album, das die Band selbst nie aufgenommen hat" gefeiert wird.
Tommi Stumpff :"Dieser Vergleich ist zutreffend und schmeichelt mir sehr.
Ich war und bin immer noch Front 242-Fan. Dennoch ist die ,Ultra' zeitlich so dicht an dem Front 242-Klassiker ,Front By Front', dass man mir kaum Plagiat vorwerfen kann. Es war einfach eine ähnliche Entwicklung gewesen, es war der Zeitgeist und die entsprechenden Instrumente.
Außerdem vermute ich eine starke Seelenverwandtschaft, nicht zuletzt, weil auch ich meine Jugendzeit in Belgien verbracht habe."
Warum war gerade Belgien die Geburtstätte fast sämtlicher namhafter EBM-Bands der 80er Jahre?
Tommi Stumpff :"Belgier haben eine sehr kühle Distanz zu Katastrophengeschichten und verarbeiten diese sehr gerne. Außenstehende würden es Schadenfreude nennen. Doch diese Haltung ist in der belgischen Kultur tief verankert. Nimm nur Comic-Zeichner wie Edgar P. Jacobs mit seinen monumentalen, grausigen Untergangsszenarien oder den Schriftsteller Jean Ray"
Von wem wurde Tommi Stumpff selbst inspiriert?
Tommi Stumpff :"Quelle der Inspiration für meine sentimentale Seite waren belgische und französische Künstler wie Jacques Brel oder Serge Gainsbourg. Der kühlere, mit einer blauen Ästhetik durchzogene Aspekt kam von Bands wie Front 242 oder The Klinik. Und das Radautum, den Krach und die Gewalttätigkeit habe ich von Motörhead, von denen ich immer großer Fan war. Drei Männer - und ein Krawall wie eine ganze Panzerarmee, so dass ich mich beim Konzert die ganze Zeit fragte, wo die bloß ihre Synthis versteckt haben."
Tommi Stumpff war schon immer ein Einzelkämpfer, der in der aufkeimenden Wave- und EBM-Szene der 80er Jahre einen Sonderstatus besaß, nicht zuletzt wegen seiner geschliffenen, zynischen, teilweise an Misanthropie grenzenden Attacken gegenüber der Szene und ihren agierenden Künstlern.
Tommi Stumpff :"Ich habe in den 80er Jahren viele kennen gelernt, bin mit denen aufgetreten bei diversen Festivals. Und da gab es ganz krasse Unterschiede. Mit Leuten wie Das Ich, The Fair Sex, Laibach oder den Armageddon Dildos bin ich immer gut ausgekommen. Das waren natürliche, freundliche, zugängliche Leute. Der Rest waren überwiegend Trottel und eingebildete Spinner. Hoffnungslos erfolglos, dennoch mit Divenallüren behaftet, in dem festen Glauben, selbst beim Zähneputzen noch ihre Songtexte leben zu müssen. Eine einzige Orgie an Posen und peinlichem Getue. Absolut unangenehm."
War dies auch ein Grund, 1993 das Musikbusiness zu verlassen?
Tommi Stumpff :"Nein. Ich bin daran gewöhnt, dass 90% meiner Mitmenschen Vollidioten sind. Da müsste ich ja konsequenterweise das Leben an sich verlassen. Der Grund war einfach nachlassende Lust am Musizieren und das sich gleichzeitig steigernde Interesse am Programmieren."
Das Tommi Stumpff-Gesamtwerk zum download in unserem Shop
Tommi Stumpff lebt heute unter bürgerlichen Namen in Düsseldorf und betreibt eine erfolgreiche Software-Fima.
Gibt es einen roten Faden zwischen der künstlerischen Tätigkeit und dem pragmatischen Programmieren?
Tommi Stumpff :"Da gibt es Parallelen. Es gibt z.B. keine objektiven Maßstäbe, die Qualität eines Musikstücks zu beurteilen, du kannst höchstens beurteilen, wie gut es produziert ist. Die Produkte aus der Softwarewelt kannst Du hingegen sehr gut beurteilen, da gibt es feste Maßstäbe. Wenn wir jetzt zu dem ursprünglichsten Softwareprodukt, nämlich dem Betriebssystem, gehen, gibt es dort eine große Auswahl - und natürlich auch die Menschen, die damit aus freiem Willen arbeiten. Wenn ich das objektive, qualitative Ranking rückprojiziere auf deren Benutzer, kommt Folgendes dabei heraus: Das derzeit beste Betriebssystem UNIX und eines seiner Derivaten FreeBSD, das ich natürlich selbst benutze, ist hervorragend - und somit auch seine Benutzer. Gehen wir eine Stufe tiefer landen wir bei Linux - und das ist schon eher was für Gehirn - Opportunisten, allerdings mit einem wahrnehmbaren Maß an Restintelligenz.
Gehen wir noch mal Lichtjahre runter, landen wir bei Windows. Der Katastrophenalarm. Freiwillige Windows-User sind Deppen - und Leute, die mit diesem System versuchen, Musik zu machen, haben gegenüber den anderen von vornherein verkackt.
Aber selbst das kann man noch nach unten toppen.
Das ultimativ Allerschlechteste, was menschliche Dummheit jemals hervor gebracht hat, ist der Apple MacIntosh. Und damit ist klar, dass seine Benutzer auf dem Gebiet der Musik absolute Loser sind. Mac-User sind sozialer und intellektueller Abschaum."
Tommi Stumpff bürgerlich geworden?
Mitnichten! So geht er mit seinen Feinden auch heute noch um!
Hast Du nach Deinem Karriereende 1993 die EBM-Szene, deren Urvater Du ja warst, noch weiter verfolgt?
Tommi Stumpff: „ In den ersten Jahren hat mich das Ganze überhaupt nicht mehr interessiert. Ich habe mich nicht nur vom Musikmachen sondern auch vom Musikhören fast komplett zurückgezogen und musste mich dem ergeben, was einem Bertelsmann so um die Ohren haut. Erst vor kurzem habe ich wieder angefangen, wieder genauer zuzuhören und danach zu forschen, was die Kollegen heute machen. Und da ist mir die neue Front 242-Platte ‚Pulse’ in die Hände gefallen, die mich schwer begeistert hat. Toll, wie sich die entwickelt haben.“
Obwohl „Pulse“ ja leider ein ziemlicher Flop war…
Tommi Stumpff: „ Viele meiner LPs waren auch Flops. Wenn ich sie richtig einschätze, werden die Kollegen von Front 242 einen Scheiß darauf geben, ob das ein Flop ist – oder nicht. Ich denke, dass sie genug geistige Kraft haben, um so etwas locker weg zu stecken. Ich finde sie phänomenal gut.“
Du hast mal gesagt, dass es heute kein Publikum mehr für intelligente elektronische Musik gibt…
Tommi Stumpff: „ Auch da sehe ich zwei Zweige. Einmal den Zweig, der Musik durch Marketing populär macht. Es gibt momentan so viele Produkte – und damit auch so viele Schubladen, dass kaum jemand in der Lage ist, sich auch nur ansatzweise da hineinzuhören.
Hören ist Lernen. Man kann es lernen, indem man viele Vergleiche anstellt. Und das wird einem sehr schwer gemacht, durch die große Vielfalt und Katalogisierung.
Das ist aber nur eine Seite. Die andere Seite ist, dass es für einen Konsumenten heute sehr schwer ist, Qualität von Müll zu unterscheiden. Die Produkte, die einem Musiker oder einem DJ heute zur Verfügung stehen, sind mittlerweile so gut geworden und besitzen auch eine eigene Intelligenz, so dass praktisch jeder Cretin etwas machen kann, wo man als Zuhörer das Gefühl hat, dass die Detaillisierung derart überzeugend scheint, dass es nahezu perfekt klingt. Nun weißt Du aber nicht, ob derjenige das Programm XY verwandt hat – oder ob er das tatsächlich selbst gemacht hat. Qualitativ macht das oberflächlich gesehen zunächst keinen Unterschied – der Unterschied ist aber der, dass man von demjenigen, der das Programm selbst entwickelt hat – auch in Hinsicht auf das Gesamtkonzept - weitaus mehr erwarten kann als von demjenigen, der ein ähnliches Programm rein zufällig beim Suchen von Preset-Sounds gefunden hat.“
Aber genau dies ist doch das Problem. In einem Interview Anfang der 90er hast du mal prognostiziert, dass diese Unterschiede selbst für den Konsumenten hörbar sein werden, je mehr sich die elektronische Musik in der allgemeinen Wahrnehmung etabliert…
Tommi Stumpff: „ Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass dieser Punkt kommen wird. Denjenigen, die auch heute noch wirklich an guten Programmen arbeiten, werden bald Mittel an die Hand gegeben werden, mit denen man derart kraftvolle Musik produzieren kann, dass man nur noch mit offnen Mund dasteht und staunt. Und dies wird nicht mit Baukastensystemen möglich sein. Mich wundert es ohnehin, dass noch niemand rigoros den Surround-Sound ausprobiert hast. Warum gibt es kein Album, das konsequent auf 5.1 mit absoluter Raumaufteilung ausgelegt ist? Warum benutze ich nur eine Bassdrum und keine Metallkugel, die mir von hinten auf den Schädel knallt?
Sollte es noch Leute geben, die den Mut haben, sich lange genug auf den Arsch zu setzen, zu üben und zu lernen, anstatt permanent nur Remixe von anderen nichts könnenden Arschlöchern raus zu bringen, dann könnte es wirklich möglich sein, dass wirklich wieder großartige Sachen entstehen.“
Vergleicht man die Situation der Musik und des Marktes 2004 mit Deiner aktiven Zeit – was hat sich Deiner Meinung gravierend verschlechtert?
Tommi Stumpff: „ Für den Konsumenten hat sich meines Erachtens nichts verschlechtert. Sie können besser wählen, mit welchen Stücken sie ihre Festplatte belegen – und welche sie rausschmeißen. Und wenn sie clever sind, kostet sie das kein Geld. Für die Musikindustrie hat es sich angeblich verschlechtert, was auch sein mag. Vorgeblich weil die bösen Raubkopierer am Werk sind. Für mich ist das eine sehr gesunde Entwicklung. Die Musikindustrie hatte durch das bereits erwähnte Maklertum immer eine Zensurfunktion. Und wenn die zugrunde geht, kann mich das als Konsument nur freuen und ich wünsche der Musikindustrie alles Schlechte. Es kann sein, dass die Musikindustrie diese Entwicklung als Problem sieht, doch kulturgeschichtlich gesehen ist sie wunderbar, denn es trennt die Spreu vom Weizen.
Jemand, der nicht in der Lage ist, für sein musikalisches Sendungsbewusstsein zu hungern oder einen zweiten Job anzunehmen, der hat wohl nicht wirklich etwas zu sagen. Wenn es wirklich wieder schwerer wird, Musik zu machen und das Endziel nicht mehr sein wird, Millionär zu werden, kann man wirklich wieder darauf hoffen, dass die Leute, die dennoch Musik machen, etwas mehr auf dem Kasten haben, als der Großteil der Idioten heute.“
War diese Situation Ende der 80er Jahre in der damals noch kleinen, überschaubaren Szene anders?
Tommi Stumpff: „ Nicht wirklich. Vergiss nicht, dass die Szene deshalb klein war, weil sie von den Machern des Maklertums bewusst beschränkt wurde. In Wirklichkeit gab es vor den Toren Millionen von Leuten, die ihre Musik gern an den Mann gebracht hätten. Dieses Nadelöhr Musikindustrie verschwindet Gott sei Dank immer mehr und es gibt, z.B. durch das Internet, einen direkten Kontakt zwischen dem Produzenten und Konsumenten. Auch da wird sich, so wie überall, der Cleverste durchsetzen. Das ist natürlich purer Darwinismus, dennoch fair, weil du keine zensierende Instanz mehr hast.“
Was den Dschungel für den Konsumenten noch undurchschaubarer macht. Auf der anderen Seite sagte John Peel mal vor Jahren, er würde unter der Vorstellung leiden, eine Platte, die für ihn sehr wichtig sein könnte, nicht zu Gehör zu bekommen…
Tommi Stumpff: „ Das verstehe ich sehr gut. Doch es ist besser, daran zu verzweifeln, dass der eigene Filter nicht groß genug ist, anstatt darauf zu hoffen, dass jemand anderes das Filtrieren übernimmt. Das ist schmerzhaft, aber das ist der Preis der Freiheit. Und der Preis der Freiheit ist immer unangenehm.“
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| atomicbull | Geschrieben am: 26.10.2004 12:39 Aktualisiert: 26.10.2004 12:39 |
Stabsunteroffizier ![]() ![]() Mitglied seit: 25.10.2004 aus: in den digitalen welten Beiträge: 11 |
also ich folge tommi´s aufruf und schrotte mein cubase 2 ein und überhaupt der ganze PC scheiss kommt in den keller. ich nehme nun dann doch lieber mit BASIC 3.5 vorlieb,da es von tommi nicht genannt wurde,also muss es das beste sein in form eines vor 2 jahren gekauften ,und nie!!! benutzten nagelneuen Commodore C16 und den MUSIC MAKER . ich lass mich nun von den "flöten tönen" verwöhnen und komponiere nun die schönsten sonaten. zugegeben die ein oder andere sampling funktion vermiss ich schon, aber die not macht ja erfinderisch(musikalisch?) das tommi gerne polarisiert ist doch klar(er hat ja wohl nicht umsonst damals gesungen: stumpf ist trumpf/in der band die sich nannte"kriminalitätsförderungsclub" was will man da erwarten??!! tommi!!: deine worte sind nur mit deiner music ein hörgenuss !!!! programmieren kannst du auch neue sounds , es muss nicht software sein- so long ein fan deiner music |
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| Gimminix | Geschrieben am: 11.09.2004 00:21 Aktualisiert: 11.09.2004 00:22 |
Novize ![]() ![]() Mitglied seit: 10.09.2004 aus: Beiträge: 2 |
Aua, aua nach so langer Zeit wieder "Musik" zu konsumieren und dann ausgerechnet PULSE gut finden! Innovationen müssen nicht mit Gewalt erzeugt werden! Tommi reinige Deine Filter damit´s wieder besser wird ;) Schade das Du uns nicht mehr mit Deinem Raubaukensound quälst! In den letzten Jahren hat mich Schwefel mit Edge City an Dich erinnert. Qualität von Müll zu unterscheiden ist heute schwerer da keiner sich die Zeit nimmt sich alle Tracks einer CD anzuhören und dadurch Sound Perlen verschwinden. Ansonsten werden Leute die mit FreeBSD arbeiten immer ein bisschen dicker oder sehe ich das falsch ;) |
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| dr_spok | Geschrieben am: 04.08.2004 02:40 Aktualisiert: 04.08.2004 02:40 |
Novize ![]() ![]() Mitglied seit: 15.06.2004 aus: Beiträge: 7 |
nur mal so, um halbkundige leser mit der genialität des interviewpartners zu konfrontieren, in der folge ein auszug aus der installationsanleitung von freebsd zum thema mp3. "16.3.1. MP3-Player (...) Der Port audio/mpg123 ist ein alternativer, kommandozeilenorientierter MP3-Player. mpg123 kann ausgeführt werden, indem man das zu benutzende Sound Device und die abzuspielende MP3-Datei auf der Kommandozeile wie unten angibt: # mpg123 -a /dev/dsp1.0 Foobar-GreatestHits.mp3 High Performance MPEG 1.0/2.0/2.5 Audio Player for Layer 1, 2 and 3. Version 0.59r (1999/Jun/15). Written and copyrights by Michael Hipp. Uses code from various people. See 'README' for more! THIS SOFTWARE COMES WITH ABSOLUTELY NO WARRANTY! USE AT YOUR OWN RISK! Playing MPEG stream from Foobar-GreatestHits.mp3 ... MPEG 1.0 layer III, 128 kbit/s, 44100 Hz joint-stereo /dev/dsp1.0 sollten Sie dabei mit dem dsp-Device Ihres Systems ersetzen." ich gebe unumwunden zu, daß menschen, die sich den ganzen tag auf diese weise in terminalfenstern bewegen, zwangsläufig zu genies werden müssen. auch ist dem interview eindeutig zu entnehmen, daß sich die welt- und weitsicht auf für uns wertlose normalzeitgenossen nicht einmal mehr erfaßbare weise potenziert (vom elaborierten sozialverhalten gar nicht zu reden). insofern bin ich mehr als dankbar für diese horizonterweiterung, die mich zwangsläufig dazu führen muß, nach fertigstellung dieser antwort meine schnöde funktionierenden computeranlagen sofort zu initialisieren, und die herausforderung anzunehmen, es mir fürderhin nicht mehr so einfach zu machen. was bedeuten schon einfachheit und sicherheit, wenn man darob derart geistig verarmt, daß man mit recht nur als gipfel der verdummung bezeichnet werden kann ? (was ich nur nicht verstehe, sind die links des tommi, die, allesamt nachgelesen, durchgängig dokumentieren, darwin stelle eine hochinteressante erweiterung dar, die die gesamte gemeinde nur bereichern könne. viel lieber hätte ich weitere aufzeigungen meiner bisherigen fehleinschätzungen gesehen. man lese sie also besser erst gar nicht. was sollte man von www.apple.com auch erwarten ?) aber daß ich ein viel wertvollerer mensch bin, indem ich meinen fostex x-15 cassetten-multitracker wieder reaktiviere, während mein 48spur protools aufgrund kurzzeitiger inkompatibilität zum neuen freebsd-hostsystem vorübergehend stillgelegt wird, habe ich tatsächlich insgeheim schon seit jahren gespürt. (oder ich verkaufe es gleich und hole mir von dem erlös 40 aldi-pcs. da soll steve mir nochmal was von der g5-rechenleistung erzählen - ha !) bestimmt werden auch meine kunden sich von dieser neuen freiheit künstlerisch beflügelt sehen und diese marktlücke mit nicht enden wollenden buchungen belohnen. von den dadurch überbordenden einnahmen kann ich mir dann locker einen programmierer wie tommi leisten, der dem intellektuellen und sozialen abschaum bei emagic endlich mal zeigt, wie man das richtig macht ! ich muß dann nie mehr aufpassen, daß der geist nicht einrostet. und wenn noch geld übrigbleibt ( bestimmt ! ), sollte ich eine stiftung einrichten, die ein projekt finanziert, mit dem wir unsere läuterung auch dem rest der unterdrückten welt nahebringen können. wenn jemand eine tolle idee für einen namen hat, bitte melden. in diesem sinne, deutschland erwache !Danke ! |
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| Elchmann | Geschrieben am: 23.07.2004 22:09 Aktualisiert: 23.07.2004 22:09 |
Stabsunteroffizier ![]() ![]() Mitglied seit: 31.05.2004 aus: Kiel Beiträge: 25 |
Ein interessantes Interview, ein echtes Lesevergnügen Zum Thema Musik machen unter Zuhilfenahme eines Computers: Ist doch völlig Wurst, mit/auf was für einem System man arbeitet - Hauptsache man gibt sich Mühe! Mich interessiert die verwendete Hard- oder/und Software des/der Künstler herzlich wenig. |
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| Niggels | Geschrieben am: 22.07.2004 16:16 Aktualisiert: 22.07.2004 16:16 |
Novize ![]() ![]() Mitglied seit: 06.06.2004 aus: Münster/Westf. Beiträge: 5 |
Der Dumme lebt glücklicher, oder wie heisst es? Kein Wunder, dass der offensichtlich hochintelligente Tommi ein Misanthrop ist. Oder ist es nur Altersverbohrtheit? Auf alle Fälle ein absolutes Leservergnügen! Und, lieber Tommi, immer dran denken: Dumm fickt gut! Also auch mal den Kopf ausschalten.. ![]() Grüssle, Dummbatz |
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| StefanHerwig | Geschrieben am: 22.07.2004 15:08 Aktualisiert: 22.07.2004 15:08 |
Novize ![]() ![]() Mitglied seit: 21.07.2004 aus: Gelsenkirchen Beiträge: 3 |
(Quote) > >"Für mich ist das eine sehr gesunde Entwicklung. Die Musikindustrie > >hatte durch das bereits erwähnte Maklertum immer eine Zensurfunktion. > >Und wenn die zugrunde geht, kann mich das als Konsument nur > >freuen und ich wünsche der Musikindustrie alles Schlechte. Es kann sein, > >dass die Musikindustrie diese Entwicklung als Problem sieht, doch > >kulturgeschichtlich gesehen ist sie wunderbar, denn es trennt die Spreu > >vom > >Weizen. > >Jemand, der nicht in der Lage ist, für sein musikalisches > >Sendungsbewusstsein zu hungern oder einen zweiten Job anzunehmen, der hat > >wohl nicht wirklich etwas zu sagen. Wenn es wirklich wieder schwerer > >wird, > >Musik zu machen und das Endziel nicht mehr sein wird, Millionär zu > >werden, > >kann man wirklich wieder darauf hoffen, dass die Leute, die dennoch Musik > >machen, etwas mehr auf dem Kasten haben, als der Großteil der Idioten > >heute.? [[Stefan Herwig]] Warum werden solche Sprüche immer nur von Leuten geklopft, die wegen Erfolglosgkeit selbst aus der Musikszene ausgeschieden sind??? Und: wenn Senior Stumpff seine Thesen mit den Namen von zwei, drei genialen Bands belegt hätte, die NICHT von einem Plattenlabel entdeckt worden wären, hätten seine Argumente wohl Bestand gehabt. Aber ich kenne derzeit nicht die Hammer-ungesignte Band, die im Internet schon Abertausende Fans hat. Und wenn es sie gäbe, würde ich sie signen. ![]() Aber die Newcomerbands, die ich gesignt habe, habe ich meistens noch ganz altmodisch per Demo gepickt.... Darüber hinaus würde ich Senior Stumpff noch bei fast jeder seiner eigenen Aussagen widersprechen. Es wird immer leichter (und vor allem billiger) Musik zu machen, und das heißt, dass es jede Menge mehr Leute mit jeder Menge unzureichendem Talent auch wirklich machen. Leider nicht mit den gewünschten Ergbnissen, DA stimme ich Stumpff zu. Ansonsten sind seine Schlussfolgerungen leider fast komplett falsch. Aber liest sich sicherlich amüsant und ist Wasser auf die Mühlen der ganzen Brennerszene. Danke Tommi, ich hab' dich auch lieb! Stefan Herwig (Dependent) |
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| Grenzlaeufer | Geschrieben am: 20.07.2004 16:21 Aktualisiert: 20.07.2004 16:22 |
Stabsunteroffizier ![]() ![]() Mitglied seit: 09.06.2004 aus: Hannover, Linden Beiträge: 24 |
Herr Stumpf scheint ja ganz genau zu wissen, wie er Menschen hinter Computer einzuschätzen hat. UNIX- und FreeBSD-Nutzer werden zu Göttern stilisiert und die ganzen MACer sind sowieso nur Abschaum. Jetzt kommt die große Preisfrage. Was läuft eigentlich unter der Oberfläche MacOS X: tatatataa FreeBSD! Entweder sind die UNIXer jetzt alle Idioten oder die MACer doch nicht soo behämmert. Ach, ich liebe es Welten einzureißen ![]() Schöne Grütze Volker Driven (mad) by Gentoo-Linux |
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| LevarePatria | Geschrieben am: 19.07.2004 12:27 Aktualisiert: 19.07.2004 12:27 |
Novize ![]() ![]() Mitglied seit: 06.06.2004 aus: Varel/Oldenburg Beiträge: 6 |
Zum Thema (und ganz vergessen): 242 arbeiten derzeit an einer 5.1-Umsetzung der Geography. Und anscheinend kennt der große 242-Fan Stumpff auch die Speed Tribe-DVD nicht, die ja ebenfalls auf 5.1 basiert. Lev |
| Mitglied | Diskussion |
| LevarePatria | Geschrieben am: 19.07.2004 00:31 Aktualisiert: 19.07.2004 00:31 |
Novize ![]() ![]() Mitglied seit: 06.06.2004 aus: Varel/Oldenburg Beiträge: 6 |
Da ist er wieder, der Herr Stumpff. Einige genüssliche Lesemomente hat er mir beschert, wobei sicherlich einiges ernstzunehmender ist, als das tolle Essay "Hunde gehören in den Mixer!". Wie gerne sähe ich Windows-Betriebssysteme von diesem Planeten verbannt und Macintosh-Rechner erst Recht - erst war ich Lohn-Sklave in Europas größtem Verlagshaus, bin GEZWUNGEN worden, als Redakteur Windows-Proggies zu benutzen und meine Seiten hinterher am Mac zu layouten. Schöne Scheiße sag ich nur. Jetzt als purer Grafiker muss ich mir ausschließlich die 1-Tasten-Maus aus dem Playmobil-Lager antun - Labor-Affen kommen damit schließlich auch am besten klar und Design ist alles! Privat wird man dann auch noch dazu gezwungen eines dieser beiden Systeme zu verwenden, sonst hagelt's Inkompatibilitäten. Ansonsten: Wer ertappt sich nicht oft genug dabei, gegen alles und jeden zu wettern? Oh ja, wenn's nach mir ginge, gehören alle Käufer von Chart-Musik und Radio-Hörer-auf-der-Arbeit an die Wand gestellt! Der Bau von K ... ääh ... Gefangenenlagern kann auch wieder beginnen: Für all die Arschlöcher da draußen, die mir jeden Tag ein gewisses Maß an Lebensqualität rauben, indem sie 1. diesen beschissenen Handyklingelton-Wahn unterstützen, dadurch rund um die Uhr Werbung läuft, die mich noch mehr nervt als das TV-Programm, 2. diese noch beschisseneren hohlen "Liebes"-SMS ins TV senden, und dann sind da noch 3. all die scheiss kapitalistischen Nachahmer da draußen, die unsere Medienwelt nur noch vollscheißen können, hochnäsig durch die Landschaft tingeln aber absolut NICHTS anderes können, als die Menschheit zu verdummen und ihre Sender durch Anrufe finanzieren. Also suche ich noch Helfer für den Aufbau meines alternativen Staates, und wenn's die NSK ist, die nach Unterstützung schreit. Ach ja, dicke Menschen mag ich auch nicht, kochen schon ... Levare Patria |
| Mitglied | Diskussion |
| Clermac | Geschrieben am: 17.07.2004 19:09 Aktualisiert: 28.07.2004 15:50 |
Stabsunteroffizier ![]() ![]() Mitglied seit: 10.06.2004 aus: Weyhe bei Bremen Beiträge: 21 |
mnachmal etwas polemisch und wenig argumentativ, aber doch fast immer treffend. die einschätzung mit dem "sumpf" teile ich völlig. eine frage hab ich dennoch: womit soll man elektronische musik auf einem computer machen, wenn windows und mac os als plattformen ausscheiden??? atari? c64? tausende haben beweisen, dass es geht. zu 5.1.: sowas macht kaum jemand, weil nur wenige so eine anlage überhaupt besitzen. die industrie hat ja mehr damit zu tun "raubkopierer" einzubuchten als neue technologien bekannt zu machen. und wer setzt sich schon eine stunde lang hin und hört surround? der mobile mp3-player ist eher das maß der dinge und auch der soundqualität. schade aber wahr. |
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Oder ist es nur Altersverbohrtheit?





















