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Interviews : The Crack Of Doom Druckoptimierte Version Schicke den Artikel an einen Freund
Geschrieben von Ecki Stieg am 07.06.2006 20:59 (3609 x gelesen)



The Crack Of Doom

Sie gehören schon seit Jahren zur Cr?me der deutschen Gothic-Szene.
Nach Jahren der Stille kehren The Crack Of Doom gleich mit zwei exklusiven Online-Alben zurück:
Neben der ausführlichen Werkschau Identity 10 zudem mit dem brandneuen Meisterwerk Washed Out Moon.

Das 1999 veröffentlichte, bis dato letzte Crack Of Doom-Album To Megatherion hatte mich schon seinerzeit begeistert:

Selten war es bis dato einer deutschen Band so perfekt gelungen, ein stilistisch extrem facettenreiches Konglomerat zu erschaffen, ohne dabei auf die gängigen Klischees und Vorbilder Rücksicht zu nehmen, sondern vielmehr diverse Elemente bis hin zur klassischen Komposition in ihre Klangwelt zu integrieren.

Seit 1999 hat sich dennoch einiges getan.

Die ursprüngliche Band löste sich – bis auf die Mitwirkung von B.E.A. (Gesang) und dem neuen Gitarristen Jezebel nahm Kopf und Sänger Zork das neue Album Washed Out Moon quasi im Alleingang auf.

Eine Arbeitsweise, die der Musik mehr als gut getan hat: Das Klangbild ist geschlossener, aber auch ruhiger und fließender, ohne an Tiefe und Gehalt einzubüßen.

Das Album ist ein Schatzkästlein voller verzaubernder, hochmelodiöser Melancholie mit einem im Gegensatz zu früheren Aufnahmen fast durchgängig akustischen Flair.

Insofern ist „Washed Out Moon“ zu einem vordergründig introvertierten Werk geraten, dessen expressionistische Qualitäten sich erst nach und nach erschießen…

Zork: “Das Album ist eigentlich ein Resultat jahrelangen Experimentierens. Zudem habe ich mich von der bisherigen Band getrennt und mich sehr auf mich selbst konzentriert. Die wesentlichen Elemente haben sich aber nicht wirklich geändert.
Die Art und Weise, wie ich an die Songs herangehe, ist nach wie vor dieselbe. Der Vorteil ist, dass ich nun alle Instrumente selbst spiele, ich keinerlei Rücksicht mehr auf andere nehmen muss und mich genau auf das konzentrieren kann, was ich mache. Mit sechs Leuten in der Band ist das kaum möglich.“



„Washed Out Moon“ hört man die typischen Gothic-Wurzeln nur noch bedingt an, was nicht zuletzt daran liegt, dass Zork jegliche Klischees stilvoll umschifft und sich vielmehr auf Klänge besinnt, die streckenweise an den Art-Rock der 70er und 80er Jahre gemahnen.
Gilt das einstige Etikett „Symphonic Gothic Rock“ noch?

Zork: “Wenn jemand sagen würde, dass was wir machen sei Popmusik, könnte ich eigentlich gar nicht widersprechen. Im Grunde genommen waren wir nie eine Gothic-Band. Das sind Etiketten, die andere für uns erfunden haben – und nur weil ich etwas düster singe, war es halt Gothic.
Würde ich so singen wie Jon Bon Jovi, wäre es wahrscheinlich Rock. Für mich sind das nur Schubladen, die scheinbar alle brauchen.
Doch wer noch richtig zuhören kann, wird Feinheiten entdecken, die man kaum leicht zuordnen kann. Wir haben schon immer wahnsinnig viel in unsere Songs hineingepackt ohne sie zu überladen. Obwohl ich das diesmal vermeiden wollte. Früher haben wir noch sehr viel mit Keyboards und Sequencern gearbeitet und komponiert. Doch auf ‚Washed Out Moon’ sind fast alle Songs auf der akustischen Gitarre entstanden – und die Gitarre ist bei vielen Songs auch das tragende Instrument, die Keyboards sind heute eher das ausschmückende Element.“



Einer der Höhepunkte von “Washed Out Moon” ist zweifellos die Cover-Version des Marillion-Songs Hollow Man

Zork: “Für mich ist das der mit Abstand schönste Song von Marillion. Wann immer ich solche Songs von einer Art-Rock-Band höre, wundere ich mich, warum die Leute aus der Szene das nicht toll finden. Das ist eigentlich Dark Wave. Der Song hat eine wahnsinnige Melodie, er ist melancholisch und sehr düster. Und ich wollte einfach zeigen, dass diesen Song eben auch eine Band wie wir spielen kann.“

Neben den zumeist sehr balladesquen Stücken sticht das 11minütige
Ceremony besonders hervor: Ein elegisches Kleinod, das zum Ende hin sehr eigenwillig verfremdet und demontiert wird…

Zork: “Dafür gibt es keine schlüssige Erklärung. Solche Stücke entstehen meist, wenn ich des Spielens auf meiner Westerngitarre doch etwas überdrüssig geworden bin und es mich reizt, wieder mit Samples zu basteln. Solche Entscheidungen fallen meist sehr schnell bei einer guten Flasche Wein, doch es ist nicht beliebig. Ich möchte nach wie vor gerne Gegensätze aufzeigen, zudem mag ich keine kurzen, auf den Punkt gebrachten Songs. Ich kann nicht anders komponieren, ich mag es weitschweifig und verschachtelt.“

Zeitgleich mit „Washed Out Moon“ erscheint mit Identity 10 eine mehr als zweistündige Sammlung mit allen Höhepunkten der Alben „Sound Of Ankh“, „To Megatherion“ und „Washed Out Moon“.

Zork: “Wenn man die Songs schreibt, aufnimmt und über einen sehr langen Zeitraum hört, kristallisieren sich bestimmte Stücke heraus, die besonders wichtig sind. Dabei geht es mir persönlich nicht um die Songs selbst, sondern um die Geschichten, die ich damit verbinde. Das war für mich wirklich ein Auswahlkriterium. Vor allem an die sehr frühen Aufnahmen habe ich sehr gute Erinnerungen. Wir haben damals wirklich Tag und Nacht im Studio verbracht.“

Also eine Art akustisches Tagebuch?

Zork: “Ja, obwohl ich es nicht chronologisch geordnet habe…“

Woher rührt die Entscheidung, die beiden Alben exklusiv im Shop dieser Seite zum Download zu veröffentlichen?

Zork: “Die ‚Identity 10’ ist ganz einfach ein Aufräumprozess. Ich will damit zeigen, wo wir her kommen und was wir bislang gemacht haben. Ich selbst höre die ja auch nicht jeden Tag an. ‚Identiy 10’ ist von daher auch eine Zäsur, die Beendung eines musikalischen Lebensabschnitts.
Das Medium Internet ist für mich nicht wirklich neu. Auf unserer Internetseite haben wir schon immer Songs zum Download bereitgestellt. Für mich ist es wichtig, dass unsere Musik von so vielen Leuten wie möglich gehört wird – und dafür ist das Medium Internet heute am besten geeignet.“

Crack Of Doom Homepage
Crack Of Doom-Interview 1999

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 DAC



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