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Skinny Puppy - "Doomsday - Back & Forth Vol. 5" (Synthetic Symphony/SPV)  (550 x gelesen) | Wie arm die Szene an wirklichen Helden und wie konservativ die Nehmerqualität des Publikums ist, das zeigen die unzähligen, seit Jahren anhaltenden Revivals frührer avantgardistischer Größen: Front 242 treten seit nunmehr 4 Jahren mit demselben modifizierten Greatest-Hits-Programm glorreicher Tage auf ? Skinny Puppy scheinen erst am Anfang dieser Tour zu stehen.
Obwohl nach dem Tod des maßgeblichen am Gelingen des Projekts verantwortlichen Mitglieds Dwayne R. Goettel und dem ständig schwelenden Streit zwischen Mastermind Cevin Key und Nivek Ogre eine neuerliche Zusammenarbeit für ausgeschlossen gehalten wurde, fand diese vor etwas mehr als 1 Jahr in Dresden statt.
Bisher ein einmaliges Event, obwohl gemutmaßt wurde, dies sein nur ein Testkonzert für weitere Aktionen.
Das Positive vorweg: Auch wenn aus der angekündigten DVD erst einmal nichts geworden ist, besticht ?Doomsday? durch einen ungemein brillanten Klang und einer detailverliebten Aufarbeitung des vorhandenen Livematerials (wohl einer der Gründe, warum dieses bereits für Oktober 2000 angekündigte Album erst jetzt erscheint!)und lässt den optisch teilweise abstrusen Auftritt vergessen. Die Intensität des ersten Live-Albums ?Ain?t It Dead Yet?? bleibt dennoch unerreicht.
Doch auch wenn der akustische Flow, die Neubearbeitungen und zaghaften Improvisationen durchaus in der Tradition alter Auftritte stehen, von denen das Gros der potenziellen neuen Fans nur vage gehört haben dürfte, so durchweht ein Hauch von Nostalgie und Stagnation das Album.
Dabei sind die Musiker seit dem Ende von Skinny Puppy nicht stehen geblieben, vor allen Cevin Key hat durch seine diversen Projekte wie Download und nicht zuletzt mit seinem neuen Solo-Album bewiesen, dass er die Geschichte und die bei Skinny Puppy begonnenen Experimente höchst innovativ und radikal fortführt ? leider ohne den verdienten Erfolg.
Somit liegt der Hauptakzent bei ?Back & Forth Vol 5? hauptsächlich auf dem ?back.?
Immerhin: ?Doomsday? bietet ein formidables Best-Of-Programm, das sich in der Tat aus den Highlights der Band rekrutiert: ?First Aid?, ?Worlock?, das grandiose ?Harsh Stone White? und eine sehr gelungene Version von ?Testure? lassen kaum einen Wunsch offen. Konsequenterweise fehlt der größte ?Hit? ?Assimilate?, was ich Key & Co hoch anrechne...!
Es bleibt abzuwarten, ob ?Doomsday? eine einmalige Werkschau alter Größe ist, oder ob dieser Auftritt tatsächlich Anknüpfungspunkte und Inspirationen für eine Weiterführung (und eben nicht nur eine Neuauflage) dieser einst Maßstäbe setzenden Band sein wird. Ich bin gespannt.... - Ecki Stieg
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